Grundnahrungsmittel, sättigende Beilage und echtes Multitalent in der Küche: Reis ist aus dem Speiseplan vieler Menschen kaum wegzudenken. Ob als cremiges Risotto, in Bowls, zu Currygerichten oder als süßer Milchreis, die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Allerdings lohnt sich ein genauerer Blick auf die Klimabilanz des Reisanbaus. Deshalb werden hier regionale und schmackhafte Alternativen aus Getreide und Hülsenfrüchten vorgestellt, mit denen ihr eure Lieblingsgerichte ganz einfach und vor allem nachhaltiger zubereiten könnt.
Nachhaltigkeitsaspekt von Reisanbau
Im Vergleich zu anderen Getreidearten schneidet Reis in puncto Nachhaltigkeit eher schlecht ab. Ein Grund dafür ist der hohe Wasserverbrauch: Beim traditionellen Nassanbau werden pro Kilogramm Reis etwa 3.000 bis 5.000 Liter Wasser benötigt. Gleichzeitig entstehen durch die gefluteten Felder große Mengen des Treibhausgases Methan. Hinzu kommt, dass Reis überwiegend in Süd- und Ostasien angebaut wird und daher oft lange Transportwege hinter sich hat, bevor er auf unseren Tellern landet. Zwar gibt es auch Anbaugebiete in Europa, etwa in Italien, Spanien und Frankreich, doch deren Anteil an der weltweiten Produktion ist gering. Alternativen wie der Trockenanbau sind zwar etwas umweltfreundlicher, bringen jedoch meist niedrigere Erträge und erfordern häufig einen höheren Einsatz von Pestiziden.
Regional statt Reis
Sachsen hat beste Voraussetzungen für den Anbau hochwertiger Getreide- und Pseudogetreidearten: Fruchtbare Böden in den Ebenen und geeignete Mittelgebirgslagen sorgen dafür, dass eine vielfältige Auswahl an regionalen Druschfrüchten gedeiht.Die Bezeichnung „Druschfrüchte“ ist vom Vorgang des Dreschens abgeleitet, also der Ertrag des Dreschens, das Gedroschene oder auch „der Drusch“. Die Körner der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen werden somit maschinell geerntet und durch Dreschen von der restlichen Pflanze getrennt. Neben klassischem Weizen zählen dazu auch Speisefruchtarten wie Dinkel, Buchweizen und Hirse. Und so überzeugen die heimischen Alternative auch durch ihre vielseitige Verwendung in der Küche:
🌾 Dinkel
Geschmack: leicht nussig, angenehm bissfest
Verwendung: Salate, Suppen, Dinkelrisotto
Regionalität: sehr gut in Sachsen anbaubar
Vorteil: kurze Transportwege, ballaststoffreich, macht lange satt
🌾 Buchweizen
Geschmack: kräftig, leicht herb und nussig
Verwendung: ideal für herzhafte Gerichte z.B. Pilzpfannen, Bowls, Ofengemüse
Regionalität: Anbau in Bayern und Baden-Württemberg, aber auch punktuell in Sachsen
Vorteil: glutenfrei, eiweißreich, benötigt wenig Wasser im Anbau
🌾 Hirse
Geschmack: mild, leicht süßlich
Verwendung: Aufläufe, Bratlinge, süß als Frühstück
Regionalität: gewinnt regional an Bedeutung
Vorteil: glutenfrei, kommt gut mit Trockenheit zurecht, klimafreundlich im Anbau
Weitere Alternativen: Heimische Hülsenfrüchte
Hülsenfrüchte sind eine besonders nachhaltige und zugleich nährstoffreiche Ergänzung zu Reis und anderen Getreideprodukten. Ein weiterer Vorteil: Hülsenfrüchte sind gut für den Boden. Die sogenannten Leguminosen können Stickstoff aus der Luft aufnehmen und im Boden speichern. Dadurch benötigen Landwirtinnen und Landwirte weniger künstlichen Dünger. Gleichzeitig verbessern sie die Bodenqualität und helfen, Wasser besser im Boden zu halten.
Auch für die Ernährung sind Hülsenfrüchte eine gute Wahl! Sie enthalten viel pflanzliches Eiweiß, Ballaststoffe und komplexe Kohlenhydrate, die den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen lassen und lange sättigen.
Regionale Vielfalt aus Sachsen
Auch in Sachsen werden Hülsenfrüchte angebaut und ergänzen das breite Angebot an regionalen Getreide- und Pseudogetreidearten wie Dinkel, Buchweizen und Hirse. Mit rund 469 Hektar Anbaufläche (Stand 2023) zeigt sich: Hülsenfrüchte müssen nicht von weit her kommen, sondern wachsen auch direkt vor unserer Haustür.
Wer mehr Abwechslung auf den Teller bringen möchte, kann Hülsenfrüchte ganz einfach in bestehende Gerichte integrieren oder mit anderen regionalen Beilagen kombinieren. Besonders gut geeignet sind folgende Lebensmittel:
🫛 Erbsen
Erbsen überzeugen mit ihrem milden, leicht süßlichen Geschmack und sind in den meisten Küchen beispielsweise als klassische Beilage, in Suppen, Pürees oder Bowls zu finden. Auch im regionalen Anbau spielen sie eine wichtige Rolle: Sachsen gehört bundesweit zu den führenden Anbaugebieten von Erbsen, ein großer Teil der deutschen Ernte stammt aus dem Freistaat. Gleichzeitig sind Erbsen reich an pflanzlichem Eiweiß und tragen durch ihre Fähigkeit zur Stickstoffbindung zur Verbesserung der Bodenqualität bei.
🌱 Soja
Soja kann mehr als nur Tofu: Sojabohnen haben einen neutralen bis leicht nussigen Geschmack und sind vielseitig einsetzbar, zum Beispiel als Pflanzendrink oder in verarbeiteten Lebensmitteln. Auch in Sachsen gewinnt der Anbau zunehmend an Bedeutung: 2024 wurden Sojabohnen hier auf rund 1.600 Hektar angebaut. Vor allem Mittel- und Nordsachsen bieten mit ihren vergleichsweise warmen Lagen gute Voraussetzungen für die wärmeliebende Pflanze. Durch ihren hohen Eiweißgehalt und ihre vielseitige Verwendung ist sie eine interessante und nachhaltige Ergänzung für den Speiseplan.
🥔 Lupinen
Oft unterschätzt und nicht zu vergessen sind Lupinen. Diese zeichnen sich durch einen milden, leicht nussigen Geschmack aus und finden sich in der Küche etwa als Mehl, in Aufstrichen oder als pflanzliche Alternative zu Fleisch wieder. 2025 wurden in Sachsen Süßlupinen auf rund 3.500 Hektar angebaut. Die robuste Leguminose kommt besonders gut mit leichteren Böden zurecht, wie sie in vielen Regionen Ostdeutschlands zu finden sind. Auch die Lupinen sind dank ihres hohen Eiweißgehalts und ihrer positiven Wirkung auf die Bodenqualität eine nachhaltige und regionale Ergänzung für eine bewusste Ernährung.
Fazit
Die heimischen Kulturen zeigen, wie abwechslungsreich die Landwirtschaft auf Sachsens Feldern ist. Sie stehen für Variation, kurze Transportwege und eine stärkere Verbindung zur Region. Lupinen, Erbsen, Hirse oder Dinkel müssen also nicht als Ersatz für Reis verstanden werden, sondern als kulinarische Bereicherung, die den Speiseplan um neue Geschmacksrichtungen, Texturen und Verwendungsmöglichkeiten erweitern. Wer regionale und saisonale Produkte nutzt, verzichtet nicht auf etwas, sondern gewinnt Vielfalt auf dem Teller und entdeckt, wie viel Genuss direkt vor der eigenen Haustür wächst.
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Quellen:
Smarticular
https://www.smarticular.net/reis-alternativen-nachhaltig-regional/
ZDF heute
https://www.zdfheute.de/ratgeber/reis-alternativen-klimabilanz-graupen-quinoa-buchweizen-100.html
Verbraucherzentrale Bayern
https://www.womenshealth.de/food/food-trends/so-gesund-und-lecker-sind-reis-und-huelsenfruechte/
Landwirtschaft Sachsen
https://www.landwirtschaft.sachsen.de/huelsenfrucht-anbau-in-sachsen-37292.html
Verbraucherzentrale
https://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/lebensmittel/nachhaltige-ernaehrung/lunchlearn-huelsenfruechte-gesund-vielseitig-unterschaetzt-116834
Landwirtschaft Sachsen
https://www.landwirtschaft.sachsen.de/download/DuF_Huelsenfruechte_160526.pdf
OEBS