Die Erdbeer-Saison in Deutschland reicht in der Regel von Mai bis August. In diesen Monaten sind regionale Erdbeeren frisch verfügbar, besonders aromatisch und haben kurze Transportwege hinter sich. Genau dann lohnt es sich, bewusst auf heimische Ware zu setzen und die Vielfalt der regionalen Sorten zu genießen.
Außerhalb der Saison sind Erdbeeren zwar nahezu ganzjährig im Supermarkt erhältlich, stammen dann jedoch meist aus dem Ausland. Diese Unterschiede bei Herkunft und Saison haben nicht nur Auswirkungen auf Umweltbilanz und Qualität, sondern vor Allem auf den Geschmack. Ein genauer Blick lohnt sich daher zu jeder Einkaufszeit.
Importierte und regionale Erdbeeren im Vergleich
Der deutsche Erdbeeranbau deckt rund 39 Prozent des heimischen Bedarfs. Deshalb werden im Frühjahr und Sommer viele Erdbeeren aus Spanien, Italien und den Niederlanden importiert. Auch in den Wintermonaten findet man Erdbeeren in den Supermarktregalen, diese werden in der Regel aus Marokko und Ägypten importiert. Die importierten Erdbeeren haben einen bis zu elfmal höheren CO2-Fußabdruck als Früchte aus regionalem Anbau. Zudem müssen sie früher geerntet werden, um den Transport zu überstehen, was sich negativ auf den Geschmack auswirkt. Regional angebaute Erdbeeren können länger reifen. Das sorgt für einen volleren Geschmack und einen höheren Vitamin- und Mineralstoffgehalt. Einige beliebte Sorten wie Senga Sengana, Mieze Schindler, usw. , die für ihren fabelhaften Geschmack bekannt sind, wirst du nur regional finden da sie nicht so lange haltbar, dafür aber unglaublich lecker sind.
In Sachsen geht der Erdbeeranbau jährlich zurück. Als Gründe hierfür werden der Wettbewerbsdruck aus der EU, ungünstige Wetterbedingungen, niedrige Erzeugerpreise und die Einführung des Mindestlohns genannt. Dennoch gibt es noch zahlreiche Möglichkeiten, regional angebaute Erdbeeren zu kaufen oder sogar selbst zu pflücken.
Frische Erdbeeren erkennen und richtig lagern
Eine Erdbeere ist dann vollständig gereift, wenn sie tiefrot gefärbt ist und weder weiße Schultern noch eine weiße Spitze hat. Die Erdbeere sollte glänzend und prall sein, aber nicht zu hart. Weitere Merkmale sind ein kurzer grüner Stiel und durchgängig grüne Kelchblätter ohne weiße Spitzen.
Auch die Lagerung der Erdbeeren ist wichtig, um ihre Genießbarkeit zu garantieren. Die Früchte sollten erst direkt vor dem Verzehr gewaschen werden. Ungewaschen halten sie ein bis zwei Tage im Kühlschrank. Am besten liegen sie abgedeckt auf einem Teller oder in einer flachen Schale. Falls die Erdbeeren nicht innerhalb von zwei Tagen gegessen werden, können sie eingefroren werden. Beim Auftauen sind sie jedoch meist matschig und eignen sich daher eher zum Kochen, Backen oder Pürieren.
Erdbeeren selbst pflücken: Tipps für die perfekte Ernte
Wer selbst Erdbeeren pflückt, kann die Qualität direkt überprüfen und sicher sein, dass sie aus regionalem Anbau stammen. Das Pflücken eignet sich außerdem als Ausflug für die ganze Familie. Unsere Tipps für eine möglichst erfolgreiche Ernte:
- Ernte am besten morgens, bevor es richtig warm wird. Das macht das Pflücken weniger anstrengend und verlängert die Haltbarkeit der Früchte. Außerdem sind die Erdbeeren morgens am aromatischsten.
- Bringe deinen eigenen Korb mit. Eimer und tiefe Gefäße sind eher ungeeignet, da die Früchte schnell zerdrückt werden.
- Achte darauf, dass es am aktuellen Tag und am Tag vorher nicht geregnet hat. Nass gepflückte Erdbeeren sind weniger aromatisch und verderben schneller.
- Wähle ein Erdbeerfeld, das nicht direkt an einer Straße liegt, um sicherzustellen, dass die Pflanzen nicht durch Abgase belastet sind.
- Knipse die Frucht oberhalb des Grüns von der Pflanze ab. So hast du länger was von deiner Ernte.
Fazit: Warum regionale Erdbeeren die bessere Wahl sind
Regionale Erdbeeren aus der Saison von Mai bis August bieten klare Vorteile gegenüber importierter Ware. Sie sind meist aromatischer, nachhaltiger und müssen nicht frühzeitig geerntet werden. Dadurch können sie vollständig ausreifen und entwickeln ein intensiveres Geschmackserlebnis, das sich deutlich von importierten Früchten unterscheidet.
Auch aus ökologischer Sicht lohnt sich der Griff zur regionalen Erdbeere. Kurze Transportwege reduzieren den CO2 Ausstoß und stärken gleichzeitig lokale Betriebe. Wer saisonal einkauft oder selbst pflückt, unterstützt zudem die heimische Landwirtschaft und erhält ein frisches Naturprodukt mit hoher Qualität.
Quellen:
- MDR – Start Erdbeerernten Sachsen
https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/chemnitz/doebeln-rochlitz/start-erdbeerernte-sachsen-100.html - Landschaft Sachsen – Erdbeeranbau
https://www.landwirtschaft.sachsen.de/erdbeeranbau-37262.html - Landwirtschaft – Erdbeeren
https://www.landwirtschaft.de/einkauf/lebensmittel/pflanzliche-lebensmittel/erdbeeren - Verbraucherzentrale NRW – Erdbeeren nachhaltig einkaufen
https://www.verbraucherzentrale.nrw/wissen/lebensmittel/nachhaltige-ernaehrung/erdbeeren-nachhaltig-einkaufen-94828 - Landwirtschaft – Ab aufs Feld Erdbeeren selbst pflücken
https://www.landwirtschaft.de/einkauf/einkaufstipps/regional-und-saisonal/ab-aufs-feld-erdbeeren-selbst-pfluecken - NDR – Erdbeeren selbst pflücken, lagern und Reife erkennen
https://www.ndr.de/ratgeber/kochen/warenkunde/Erdbeeren-selbst-pfluecken-lagern-und-Reife-erkennen,erdbeer2.html#:~:text=Da%20Erdbeeren%20nicht%20nachreifen%2C%20sollten,gr%C3%BCne%20Kelchbl%C3%A4tter%20ohne%20wei%C3%9Fe%20Spitzen.