Rico zieht uns die
Zuckerrüben aus der Erde

Rico ist Geschäftsführer eines landwirtschaftlichen Gemischtbetriebs in Sachsen. Neben Rinderaufzucht und einer Biogasanlage bewirtschaftet er rund 2.000 Hektar Ackerland. Auf etwa hundert Hektar baut er Zuckerrüben an. Diese Kulturpflanze prägt die sächsische Landwirtschaft seit Generationen und ist bis heute fest in der Region verwurzelt.

Regionale Bedeutung der Zuckerrübe

Wer im Herbst durch die ländlichen Regionen Sachsens fährt, sieht sie an vielen Ackerrändern: große Zuckerrübenmieten, die selbstverständlich zum Landschaftsbild gehören.

 

Ihre Geschichte reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Damals war Zucker ein teures Importgut aus Zuckerrohr. Erst die Entdeckung des Zuckers in heimischen Rüben machte Europa unabhängiger von Importen.

Durch gezielte Züchtung entwickelte sich die Zuckerrübe zu einer der wichtigsten Ackerkulturen. Heute enthält sie bis zu 19 % Zucker und ist die zuckerreichste Feldfrucht Europas. Regionen wie Sachsen trugen maßgeblich dazu bei, Zucker regional verfügbar zu machen und dauerhaft in der Landwirtschaft zu verankern.

Anbau, Ernte und kurze Wege

Zuckerrüben werden im Frühjahr auf tiefgründigen, nährstoffreichen Böden ausgesät. Nach sie ein dreiviertel Jahr zum Wachsen und Gedeihen hatten, beginnt ab September die Ernte mit speziellen Maschinen. Die Blätter verbleiben als Gründünger auf dem Feld und verbessern die Bodenfruchtbarkeit. Die geernteten Rüben werden direkt am Feldrand zwischengelagert (das ist die Zuckerrübenmiete) und anschließend zu regionalen Zuckerfabriken transportiert.

Die landwirtschaftlichen Betriebe verarbeiten die Rüben also nicht selbst. Sie bekommen in der Regel konkrete Termine von der abnehmenden Zuckerfabrik, wann sie die Ernte abliefern können. Diese terminierte Abnahme von September bis in den Januar, nennt sich „Rübenkampagne“. So kann die Zuckerfabrik eine kontinuierliche Auslastung der Zuckerproduktion sicherstellen.

Ein wesentlicher Vorteil liegt dabei in der regionalen Verarbeitung. Im Gegensatz zu Rohrzucker erfolgt die gesamte Verarbeitung der Zuckerrübe nahezu vollständig vor Ort. Das vermeidet lange Transportwege, senkt CO₂-Emissionen und macht die Herkunft des Zuckers nachvollziehbar.

„Pro Hektar (das entspricht der Fläche eines Fußballfeldes) kann man 100t Rüben ernten. Das ergibt ca. 18 Tonnen Zucker. Auf der Fläche eines Fußballfeldes kann man 18t Zucker ernten.“

Rico, Landwirt

Nachhaltige regionale Kulturpflanze

Die Zuckerrübe gilt als nachhaltige Pflanze, da nahezu alle Bestandteile genutzt werden. In der Zuckerfabrik werden die gewaschenen Zuckerrüben in feine Streifen geschnitten und in heißem Wasser ausgelaugt. So löst sich der Zucker aus den Rüben. Der entstandene Saft wird gereinigt, eingedickt und so lange weiter eingekocht, bis sich Zuckerkristalle bilden, die anschließend von der restlichen Flüssigkeit getrennt werden – fertig ist der Kristallzucker.

Die Restprodukte aus der Zuckerherstellung, die Zuckerrübenschnitzel, finden Verwendung als Tierfutter, Dünger oder zur Energiegewinnung. Moderne Technik hat zudem den Energiebedarf und den CO₂-Ausstoß in der Verarbeitung deutlich reduziert.

Regional erzeugter Rübenzucker steht damit für kurze Wege, effiziente Ressourcennutzung und eine Landwirtschaft, die fest in Sachsen verwurzelt ist.

Eine Zuckerfabrik gibt es in der Region Leipzig zwar nicht, aber in 100km Umkreis kann Zucker verarbeitet werden.

Impression der Zuckerrüben Ernte

Erfahre hier, was noch in der Region Leipzig entsteht.

Im Einsatz für unsere Region

Rico und weitere Erzeuger geben unseren regionalen Lebensmitteln auf zahlreichen Werbeflächen ein Gesicht.